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LESEMOTIVATIONSMONTAG: WIE LANGE SOLLTE MEIN KIND LESEN?

  • vor 1 Tag
  • 2 Min. Lesezeit


Um eines bereits vorwegzunehmen: Diese Frage ist leider nicht pauschal zu beantworten, jedoch gibt es mittlerweile viele wissenschaftliche Erkenntnisse, welche Kindern in den unterschiedlichen Klassenstufen eine gute Richtung gibt. 

Generell und über jede Altersstufe hinweg gilt jedoch: Je häufiger Kinder lesen oder vorgelesen bekommen, desto größer ist dieser Wortschatzzuwachs, was die folgende Formel zulässt:


Mehr Lesezeit = mehr Wortbegegnungen = größerer Wortschatz


Oft wird die Empfehlung genannt: 20 Minuten pro Tag zu lesen und tatsächlich haben mehrere Forschungs- und Bildungsorganisationen diesen Richtwert aufgegriffen, weil er sich empirisch als sinnvoller Mittelwert erwiesen hat. Die oft zitierte Zahl geht vor allem auf Leseforschungsstudien aus den USA zurück, unter anderem von Anderson. Diese Studien zeigen, dass Kinder, die täglich etwa 15–20 Minuten freiwillig lesen, langfristig einen deutlich größeren Wortschatz, bessere Leseflüssigkeit und mehr Textverständnis entwickeln als Kinder, die kaum lesen. Übrigens: Wenn ein Kind täglich etwa 20 Minuten liest, begegnet es im Jahr ca. 1,8 Millionen von Wörtern.

 

Kommt ein Kind in die Schule und startet mit den ersten Leseversuchen & -proben, gilt aus lernpsychologischer Sicht jedoch Folgendes: 5–10 Minuten konzentriertes Lesen können effektiver sein als 20 Minuten mit Ermüdung oder Frust. Das Gehirn ist in dieser Phase stark mit der technischen Entschlüsselung beschäftigt und die daraus resultierende Überforderung könnte sich negativ auf Motivation und Lernfortschritt auswirken.


Was heißt das konkret für mich als Elternteil?


✔️ 20 Minuten Lesen pro Tag sind ein realistisches und sinnvolles Ziel, vor allem für geübtere Kinder.

✔️ Für Erstleserinnen & Erstleser sind auch 5–15 Minuten völlig ausreichend, wenn sie regelmäßig stattfinden.

✔️ Entscheidend ist, dass Lesen stressfrei, interessiert und begleitet passiert.


Gebt nicht auf und bleibt dran! Wir wünschen euch eine wunderbare Lesezeit! 



Quellenhinweise: Die Aussagen dieses Beitrags stützen sich unter anderem auf Forschung zur Lesesozialisation in der Familie (Hurrelmann), auf Studien zur Lesezeit und Wortschatzerweiterung durch regelmäßiges Lesen (Anderson, Wilson & Fielding) sowie auf Erkenntnisse zur Wirkung dialogischen und gemeinsamen Lesens (Whitehurst et al.). Ergänzend fließen Befunde der Motivationsforschung zur Bedeutung von Autonomie und Kompetenzgefühl beim Lernen ein (Deci & Ryan).


 
 
 

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