Warum Jungen seltener lesen und wie Lesemotivation gelingt

Studien wie IGLU oder PISA zeigen es seit Jahren: Jungen lesen seltener freiwillig, weisen oft eine geringere Lesemotivation auf und schneiden im Bereich Lesekompetenz im Durchschnitt schlechter ab als Mädchen. Doch woran liegt das und vor allem: Was hilft wirklich?
Lesen wird von vielen Jungen als fremdbestimmt, wenig sinnlich und sozial kaum anerkannt erlebt. Fehlende Lesevorbilder, dominante Geschlechterbilder in Peergroups sowie eine schulische Lesekultur, die Interessen junger Leser häufig verfehlt, verstärken diesen Effekt. Gleichzeitig gilt: Geschlecht allein erklärt Leseschwierigkeiten nicht. Sozialer Hintergrund, Leseselbstkonzept und Motivation spielen eine ebenso große Rolle.
Die empirische Forschung zeigt zudem: Jungen lesen keineswegs grundsätzlich ungern, doch sie identifizieren sich weniger mit den klassischen Lesematerialien. Welche Texte sind stattdessen interessant? Besonders gefragt sind unter Jungs actionreiche Abenteuer, fantastische Stoffe, humorvolle Texte, Comics und Sachbücher. Genres, die auch bei Mädchen hohe Beliebtheit genießen. Lesemotivation wächst also dann, wenn Kinder selbst wählen dürfen, was sie lesen und wenn ihre Interessen ernst genommen werden.
Nachhaltige Leseförderung verbindet daher passgenaue Textauswahl mit motivierenden Konzepten wie z.
B. der LOULOU Leseraupe®, die Lesefortschritte wertschätzt und das Leseselbstkonzept stärkt. So kann Lesen zu einer positiven, sinnstiftenden Erfahrung werden, für Jungen und Mädchen gleichermaßen.
Quellenhinweise: Grundlage sind Ergebnisse der IGLU- und PISA-Studien zur Lesekompetenz sowie Forschung zur Lesemotivation und Lesesozialisation (u. a. Rosebrock/Nix, Schiefele). Erkenntnisse zur geschlechtersensiblen Leseförderung stammen aus Arbeiten von Ina Brendel-Kepser sowie aus der TAMoLi-Studie zu Leseinteressen von Kindern und Jugendlichen.
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